Schwäbische Wurstspätzle – einfache Hausmannskost als Suppe oder zu Salat*

Jede Region hat so ihre Klassiker, jede Region hat auch ihre Geheimrezepte, die über die Grenzen hinaus nicht unbedingt bekannt, jedoch sehr lecker sind. Zu diesen Gerichten zählen auch die schwäbischen Wurstspätzle. Diese gibt es hauptsächlich im Stuttgarter Umfeld, werden mit gerauchter Schinkenwurst gemacht und müssen geschabt werden. Dieses leckere Gericht habe ich erst bei meiner Schwiegermutter kennengelernt, da ich die Wurstspätzle zuvor auch nicht kannte. Meine Qualitätskontrolle liebt die Wurstspätzle. Wenn wir hier in Norddeutschland mal wieder heimatlichen Geschmack wünschen, dann ist dieses Rezept genauso passend wie bspw. das schwäbische Knöpfle, Pfannkuchen, Hutzlesbrot, Gaisburger Marsch oder auch Dinkel-Spätzle mit ordentlich Schmelze.

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Jedoch stellen uns die Wurstspätzle hier im Norden vor eine besondere Herausforderung. Die Wurst “gerauchte Schinkenwurst” gibt es hier nicht. Jedes mal, wenn wir beim Fleischer (ja, das heißt hier Fleischer und nicht Metzger) nach gerauchter Schinkenwurst fragen, werden wir nur mit großen, verständnislosen Augen angesehen. Und die Antwort auf die Frage “Was wollen Sie denn damit kochen??” – “Wurstspätzle”…. hilft auch nicht weiter … ganz im Gegenteil… Die “Zugezogenen” mal wieder… Zum Glück wurden wir mit den Jahren erfinderisch und fanden einen annehmbaren Ersatz: Bierkugel. Doch auch Bierkugeln gibt es nicht immer… Daher könnte es sein, dass es für einige von Euch etwas kompliziert wird die passende Wurstsorte zu finden.

Das Gute bei den schwäbischen Wurstspätzle ist, dass man sie entweder in der Brühe, als Suppeneinlage, essen kann oder man isst sie “trocken” mit Salat. Beide Varianten sind möglich. Ich persönlich bevorzuge die trockene Variante und mein Mann liebt die Wurstspätzle in der Brühe. Und wenn am nächsten Tag noch Reste übrig geblieben sein sollten, kann man die Wurstspätzle entweder mit Ei anbraten oder man macht aus den Wurstspätzle “Käse-Wurst-Spätzle”. Beide Varianten sind wunderbare Soulfood-Resteverwertungen und ich koche gerne eine etwas größere Portion, so dass die Reste auf alle Fälle noch verwertet werden können.

Die Wurstspätzle könnt Ihr entweder “trocken” mit einem frischen Salat oder in einer Fleischbrühe als Suppeneinlage essen.

Wurstspätzle lassen sich auf Vorrat machen und sie bleiben in einem verschließbaren Gefäß(z.B. diesem hier*) auch im Kühlschrank frisch.

Zutaten Wurstspätzle

Zutaten sind für ca. 8 Portionen berechnet. Pro Portion sind es ca. 441 kcal.

  • 500g Weizenmehl Typ 405
  • 30g Speisesalz
  • 8 mittelgroße Hühnereier
  • 400g gerauchte Schinkenwurst, alternativ geht auch eine Bierkugel
  • 45g tiefgefrorene Petersilie

Zubereitung

Zunächst muss die Grundlage der Wurstspätzle, der Spätzlesteig, hergestellt werden. Hierfür wird aus dem Mehl, den Eiern und dem Salz ein geschmeidiger Teig hergestellt. Ich verwende hierfür immer meine Küchenmaschine (z.B. diese*) und lasse diese ca. 5min auf niedriger Stufe arbeiten, bis der Teig elastisch ist und das gesamte Mehl untergearbeitet wurde. Daraufhin gebt Ihr die tiefgefrorene Petersilie hinzu und lasst den Teig weiter verrühren, bis die Petersilie vollständig verteilt wurde.

In der Zwischenzeit könnt Ihr die Wurst in kleine Würfel schneiden. Aus Süddeutschland kenne ich es noch so, dass man in der Metzgerei die gerauchte Schinkenwurst “in extra dicke Rädla” schneiden lassen kann, doch das entfällt hier im Norden. Die Wurst sollte in etwa 3mm dicke Scheiben geschnitten werden, diese schneidet Ihr in dünne Streifen und würfelt diese, so dass am Ende ca. 3x3mm dicke Wurstwürfel entstehen. Diese Wurstwürfelchen kommen nun mit in den bereits vorbereiteten Teig.

Die Küchenmaschine sollte weitere 5min den Teig vermengen. Anschließend lasst Ihr den Wurstspätzlesteig noch ca. 20min ruhen, bevor Ihr das Salzwasser zum Kochen erhitzt. Beim Salzwasser darf gerne eine extra Portion Salz ins Wasser, da dieses Salzwasser schon salzig schmecken sollte.

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Das Schaben der Wurstspätzle

Zum Spätzlesschaben benötigt Ihr ein passendes Brett mit Schaber (zum Beispiel dieses hier*), da beim Spätzlesbrett die Kannte vorne abgeflacht ist und so die Spätzle besser ins kochende Wasser “rutschen”.

Bevor Ihr starten könnt, sollte das Salzwasser in einem großen Topf kochen. Taucht nun das Brett einmal kurz in das kochende Wasser und verteilt daraufhin den Teig der Wurstspätzle auf dem nassen Brett. Streicht den Teig mit dem Schaber auf dem Brett glatt und schabt dann möglichst dünne Spätzle ins Wasser. Ihr könnt mit dem Schaber sogar ins siedende Salzwasser eintauchen.

Sollten eure Spätzle etwas zu “dick” werden, dann macht euch bitte keine Sorgen, das kann vorkommen. Lasst diese dann einfach etwas länger im Wasser köcheln, so dass diese auch sicher durch sind.

Sollte der Teig nicht richtig “flutschen”, dann taucht das Brett mit dem Teig wieder ganz kurz ins heiße Wasser. Die Wurstspätzle könnt Ihr nach dem Aufkochen mit einem Schaumlöffel (z.B. diesem hier*) aus dem kochenden Wasser fischen.

Lasst Euch die Wurstspätzle gut schmecken!

Viele Grüße, eure Mimi <3

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2 Kommentare:

  1. Günther Bisinger

    Hallo Mimi,
    ich bin gerade auf der suche nach dem Rezept Bratwurstspätzle. Dabei habe ich dein Rezept entdeckt. Meine Oma und meine Mutter haben früher immer gerauchte Bauernbratwürste genommen, die gabs immer vorrätig auf dem Bauernhof, Die stark gerauchten Bratwürste sind intensiver im Geschmack als gerauchte Schinkenwurst, nur leider schlechter kleinzuschnibbeln.
    Viele Grüße aus dem Schwabenländle Günther

    • Hallo Günther,
      vielen lieben Dank für deine persönliche Geschichte! Das hört sich sehr lecker an und muss ich unbedingt einmal testen, wenn ich mal wieder eine Wurst-Lieferung aus dem Süden bekomme. Die Würzung der norddeutschen Wurst ist einfach anders…

      Viele liebe Grüße aus dem hohen Norden zurück ins Schwabenländle,
      Mimi

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