Rinderrouladen mit einer Sherry-Rotwein-Sauce

Dieses Rezept für Rinderrouladen mit einer Sherry-Rotwein-Sauce ist meine liebste Version des Klassikers Rinderrouladen. Dazu gibt es Knöplfe und Rosenkohl. 

Sind wir doch mal ehrlich, fast jeder kennt bei uns gefüllte Rinderrouladen. Und jede Mutter, Großmutter, jeder Haushalt hat sein eigenes Lieblingsrezept. Die Füllungen unterscheiden sich, die Saucen und natürlich auch die Beilagen. In einem sind wir uns jedoch alle einig: es ist ein Festtagsessen. Dieser Klassiker der Schmorgerichte schmeckt einfach wunderbar und ist ein Gericht für besondere Tage. 

Mein Rezept für Rinderrouladen mit einer Sherry-Rotwein-Sauce ist eigentlich ganz simpel – ihr braucht lediglich Zeit. Denn zarte und schmackhafte Rinderrouladen benötigen Zeit, wenig Hitze und dann nocheinmal Zeit. In der Zwischenzeit könnt Ihr in aller Ruhe die Beilagen vorbereiten oder Euch mit Euren Lieben beschäftigen. Ich hatte mich für Rosenkohl und ein frisches Knöpfle entschieden. Doch es passen auch Knödel, Spätzle, breite Nudeln oder Rotkohl wunderbar als Beilage. Da könnt ihr ganz kreativ sein.

Da ich als Exil-Schwäbin immer mal wieder gerne meine heimische Küche genieße, darf bei Rinderrouladen natürlich ein Knöpfle nicht fehlen. Das Schwäbische Knöpfle, ein großer in Salzwasser gekochter Hefeklos, gibt es eigentlich nur in einer sehr kleinen Region – auf der Schwäbischen Alb, genauer gesagt auf der Ost-Alb im Heidenheimer Raum. Falls Ihr Interesse an der Geschichte des Knöpfles habt, dann lest Euch in Ruhe meinen Blogbeitrag dazu durch. 

Das schöne am Knöpfle ist, dass es wunderbar die leckere Sherry-Rotwein-Sauce aufsaugt. Und wenn es eines gibt, was fast alle Schwaben lieben, dann ist es Sauce und noch mehr Sauce. Vielleicht kann ich Euch ja mit meiner leckeren und einfachen Sherry-Rotwein-Sauce auch für die Saucen-Liebe begeistern. Die selbe Sauce passt auch wunderbar zu Rinderbraten. 

Doch nun genug der Worte, kommen wir zum Rezept der Rinderrouladen mit einer Sherry-Rotwein-Sauce.

Zutaten Rinderrouladen mit einer Sherry-Rotwein-Sauce

{für vier Personen}:

* 4-5 Scheiben Rinderrouladen 

* pro Rinderroulade ca. 1 TL mittelscharfer Senf 

* pro Rinderroulade 1 EL durchwachene, geräucherte Speckwürfel 

* pro Rinderroualde 1 EL Kapern 

* 2 mittelgroße Zwiebel für die Füllung 

* 4 mittelgroße Zwiebel für die Sauce 

* 1 Chili-Schote (entscheidet nach eurem eigenen Schärfe-Empfinden) 

* 1 Knoblauchzehe 

* ein paar Pfefferkörner 

* 1-2 TL Gemüsebrühe (Pulver – entweder selbst gemacht oder gekauftes) 

* Butterschmalz zum Anbraten 

* 1,5 L trockener Rotwein 

* 0,5 L Wasser

Zubereitung Rinderrouladen: 

Zunächst bereitet ihr die Rinderrouladen zu. Hierfür werden die Fleischscheiben auf einer Arbeitsfläche glatt hingelegt und gleichmäßig mit Senf bestrichen. In der Zwischenzeit bratet ihr die Zwiebel in einer Pfanne glasig an. Die Zwiebeln werden nun gemeinsam mit den Kapern und den Speckwürfeln auf der Roulade verteilt.

Die fertig gerollte Roulade wird nun mit einem Küchengarn zusammen geschnürt. Wer Rouladenklammern hat, kann auch diese verwenden oder die Rouladen mit Zahnstochern fixieren. Falls ihr ein Küchengarn genommen habt, sollte dies vor dem Verspeisen entfernt werden.

Nun werden die Rinderrouladen im Schweineschmalz schön kräftig angebraten. Achtet darauf, dass sie eine schön dunkle Färbung und somit viele Röstaromen bekommen. Jedoch sollten sie auch nicht anbrennen. Wenn die Rinderrouladen von allen Seiten angebraten sind, könnt ihr die klein geschnittenen Zwiebeln und die Knoblauchzehe gemeinsam mit den Pfefferkörnern und der Chili-Schote mit in den Topf geben. Bratet alles noch ein wenig an, bis die Zwiebeln glasig sind. Nun könnt ihr die Rinderrouladen mit dem Rotwein und dem Wasser ablöschen. Wenn die Flüssigkeit leicht brodelt, kommt das Gemüsebrühpulver hinzu.

Jetzt müsst ihr die Temperatur reduzieren und die Rouladen ca. 3-4 Stunden langsam vor sich hin köcheln lassen. Zwischendurch solltet ihr die Rouladen noch hin und wieder wenden, so dass sie von allen Seiten mit Flüssigkeit in Kontakt kommen. Mit der Zeit wird die Flüssigkeit wenig und die reduzierte Sauce wird immer schmackhafter.

 

Zubereitung Rosenkohl:

* 500g Rosenkohl 

* Salz 

Der Rosenkohl ist schnell und einfach zubereitet. Zunächst wird er geputzt. Das heißt, ihr entfernt die äußersten, etwas schmutzen Blätter und schneidet ein paar Millimeter des Strunks ab. Nun kommen sie in einen Schnellkochtopf und werden dort mit Salz-Wasser gedämpft. Ich habe den Schnellkochtopf nur einmal aufkochen lassen und dann die Hitze abgestellt, so dass der Rosenkohl noch schön grün ist. Wenn ihr mögt, könnt ihr den Rosenkohl noch mit etwas zerlassener Butter übergießen, bevor ihr ihn serviert. Das ist jedoch kein Muss. Der frische Rosenkohl schmeckt gedämpft auch wunderbar als Beilage.

 

Zubereitung Schwäbisches Knöpfle:

{Reicht für zwei große Knöpfle}

* 1 kg Weizenmehl Typ 405

* 1 Würfel frische Hefe

* Zucker

* Salz 

* ein Ei 

* lauwarmes Wasser

Der Hefeteig wird mit der Briese Zucker und etwas Wasser angesetzt. Mit einem Geschirrtuch abgedeckt und 1 Stunde an einem warmen, windgeschützten Ort ruhen gelassen. Nach dieser Stunde kommt das Ei und die Briese Salz, sowie weiteres Wasser hinzu. Der Teig wird so lange geknetet, bis alles Mehl in der Schüssel aufgebraucht ist. Darauf hin ruht der Teig noch einmal 30min.

Knöpfle-2

Während dessen wird ein großer Topf mit Wasser erhitzt. Wenn das Wasser kocht, kommt Salz in das Wasser. Das Knöpfle (der Teig) darf nun nicht mehr geknetet werden, sondern wird halbiert und jeder Teil kommt sehr behutsam einen Topf mit sprudelndem Wasser.

Der Deckel kommt wieder auf den Topf und die Temperatur wird so eingestellt, dass das Wasser weiterhin leicht blubbert, jedoch nicht überkocht. Zur Not kann der Deckel beschwert werden. Es darf jedoch während der Kochzeit der Deckel nicht geöffnet werden!
Das Knöpfle muss nun genau 35min im sprudelnden Wasser bleiben. Wenn diese Zeit vorbei ist, kann das Knöpfle mit einer großen Kelle aus dem Wasser heraus gehoben und auf einem Schneidebrett abgelegt werden. Das Knöpfle wird nun in Scheiben geschnitten und kann serviert werden.

 

 

Weiterverarbeitung der Sherry-Rotwein-Sauce: 

* 50ml Milch 

* 100ml Sherry 

* 1 EL Speisestärke zum Binden 

Wenn die Rinderrouladen 3-4 Stunden vor sich hin geköchelt haben, könnt ihr die Sherry-Rotwein-Sauce zubereiten. Hierfür nehmt ihr die Rinderroualden aus der Sauce. Gebt die Milch, den Sherry und die Speisestärke hinzu. Die Speisestärke ist kein Muss, sie ist nur nötig, wenn ihr eine dickflüssige Sauce möchtet. Alles wird nun so lange gemixt, bis keine Bestandteile der Zwiebeln mehr erkennbar sind. Ihr könnt die Sauce nun noch mit Pfeffer und Salz abschmecken. Falls ihr einen intensiveren Sherry-Geschmack möchtet, gebt einfach noch ein wenig Sherry hinzu. Und fertig ist die Sherry-Rotwein-Sauce. Jetzt können die Rouladen wieder zurück in die Sauce, bis das Essen serviert wird.

Und schon ist ein wahrer Klassiker der Schmorgerichte fertig. Eine richtige Hausmannskost.

Lasst Euch die Rinderrouladen mit einer Sherry-Rotwein-Sauce, Schwäbischem Knöpfle und Rosenkohl gut schmecken! 

Facebookpinterestinstagram

Schoko-Chili Gulasch mit Serviettenknödel

Schoko-Chili Gulasch mit Serviettenknödel ist ein Schmorgericht mit zartem Rindfleisch. Die Zartbitterschokolade verleiht dem Gericht eine wunderbare Note. Den typischen ungarischen Gulasch oder auch meine Gulaschsuppe kennt ihr ja alle, doch mit dieser Variante möchte ich Euch heute ein ganz besonderes Gericht vorstellen.

Doch bevor ich zu meinem Schoko-Chili Gulasch komme, möchte ich als erstes der Frage nach gehen, woher das Gulasch eigentlich kommt. Wie bereits vermutet, ist das Gulasch ein ungarisches Gericht. Um genau zu sein ist es ein Eintopf der Magyaren. Die Magyaren sind ein Volk in Mitteleuropa und sie sprechen Ungarisch, sie leben in Rumänien, der Slowakei, Serbien, der Ukraine, österreich, Kroatien, Slowenien und auch Deutschland. Und in all diesen Ländern ist auch das Gulasch weit verbreitet. Gulasch ist ein Ragout, das aus dem Rind- oder Kalb-, Pferde-, Schweine-, Lamm- oder Hammelfleisch oder auch kombiniert, zubereitet wird. Zudem ist das lange Schmoren und eine sämige Sauce bei allen Formen des Gulaschs typisch.

Die Ursprünge des Gulaschs reichen bis ins Mittelalter zurück. Damals wurde es von ungarischen Hirten häufig am Feuer zubereitet. Damals war Gulasch eine einfache Suppe mit Fleisch, Paprika und Zwiebeln. Das lange, unbeaufsichtigte Schmoren des Gulaschs ermöglichte den Hirten tagsüber die Tiere zu hüten und abends dennoch eine kräftigende und schmackhafte Nahrung zu haben. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich viele Varianten entwickelt. Und natürlich wurde das Gulasch auch den neuen Essens-Trends und neuen Geschmacksvariationen in anderen Ländern angepasst. Eine solche Geschmacks-Variation des ursprünglichen Gulaschs stellt mein heutiges Gericht, das Schoko-Chili Gulasch mit Serviettenknödeln dar. 

Das Schoko-Chili Gulasch mit Serviettenknödel ist nicht sehr schwer nach zu kochen, jedoch solltet ihr für das Gericht ein wenig Zeit einplanen. Denn Schmorgerichte benötigen vor allem Zeit, dann wird das Fleisch auch schön zart. 

Dieses Gericht schmeckt besonders in den Winter- und Herbstmonaten wunderbar. Denn es ist ja eine leckere Mischung aus süß und deftig. 

Zubereitung Schoko-Chili Gulasch: 

* 600g Rindergulasch

* 2 mittelgroße Zwiebeln 

* 1 Karotte 

* 3 EL Öl 

* 1 EL Mehl

* 400ml Rinderfond 

* 500ml trockener Rotwein 

* 2-3 Chili-Schoten (je nach Schärfe und Geschmack variieren) 

* 100g Edelbitter-Schokolade (mindestens 70% Kakao-Anteil) 

* 2 EL Kakao 

* 3 Lorbeerblätter 

* Pfeffer, Salz 

* Petersilie zur Dekoration 

* Schokoladenraspel zur Dekoration 

* evtl. etwas Zucker 

Zunächst schält und würfelt ihr die Zwiebeln und Karotten in kleine Stückchen. Anschließend wascht ihr die Chili und ritzt sie nur seitlich ein. Ich nehme gerne etwas schärfere Chili, wählt am besten welche aus, die eurem eigenen Schärfe-Empfinden entsprechen.

Falls ihr noch kein fertig geschnittenes Rindergulasch gekauft habt, dann solltet ihr nun den den Rinderschmorbraten vorbereiten. Dafür wascht ihr das Fleisch, tupft es trocken und schneidet es anschließend in Würfel mit ca. 3cm Kantenlänge. Das fertig geschnittene und gekaufte Gulasch solltet ihr auch einmal waschen und trocken tupfen, bevor das Fleisch in den Bräter kommt.

Erhitzt nun das Öl im Bräter und bratet nun das Fleisch an. Gebt die Zwiebeln, die Karotten, die Chilis und die Lorbeerblätter hinzu. Löscht alles mit Rinderfond und Rotwein ab. Nun könnt ihr noch etwas Pfeffer hinzu geben. Ich brate Pfeffer eigentlich nicht zusammen mit Fleisch an, da der Pfeffer meist bitter wird. Salzen würde ich auch erst nach der Schmorzeit, dann wird das Fleisch nicht so trocken und bleibt schön zart und ihr könnt nach dem Schmoren auch besser abschmecken.

Falls ihr einen Bräter mit guter Leitfähigkeit habt (das merkt ihr, wenn der Topf insgesamt heiß wird), dann könnt ihr das Schoko-Chili Gulasch auch gerne auf dem Herd ca. 90min auf mittlerer Temperatur langsam vor sich hin köcheln lassen. Falls Euer Bräter jedoch außen nicht warm wird, solltet ihr das Gericht im vorgeheizten Backofen [E-Herd 200°C Umluft 175° Gas Stufe 3] für die selbe Zeitdauer garen lassen.

Während das Schoko-Chili Gulasch vor sich hin schmort, könnt ihr mit den Serviettenknödeln beginnen.

Wenn das Fleisch schön zart ist, solltet ihr die Lorbeerblätter und gegebenfalls die Chili-Schoten wieder heraus fischen. Und nun die Schokolade raspeln. Die geraspelte Zartbitterschokolade wird nun gemeinsam mit dem Kakopulver in das Gulasch gerührt. Falls Euch die Konsistenz nach einmaligem Aufkochen noch zu flüssig sein sollte, könnt ihr den Gulasch mit etwas Mehl andicken.

Nun könnt ihr das Schoko-Chili Gulasch abschmecken. Wer es gerne etwas süßlicher mag, kann auch mit ein wenig Zucker arbeiten. Bei deftigen Gerichten ist ein wenig Süße ja immer ein schöner Kontrast.

Zum Garnieren könnt ihr ein paar Schokoladenraspel und etwas frische Petersilie auf den Tellern anrichten.

Zubereitung Serviettenknödel: 

* 500g altes Brot (Brötchen, Toastbrot, Brotscheiben etc.) 

* 1 Zwiebel 

* 1 Bund krause Petersilie 

* 1 TL getrockneter Majoran 

* 3 kleine Eier oder zwei sehr große Eier 

* Salz, Pfeffer, Muskatnuss 

* 2-3 EL Butter 

Als erstes solltet ihr die Brötchen, Brotscheiben oder das Laugengebäck in Würfel schneiden. Da ich für Serviettenknödel meist älteres und liegen gebliebenes Brot nehme, das meist sehr hart ist, verwende ich zum Schneiden meine Brotschneidemaschine.

Wenn ihr das ganze Brot geschnitten habt, könnt ihr die Würfel und das entstandene Mehl bzw. die kleinen Krümel, alle zusammen in eine große Schüssel geben.

Erhitzt nun die Milch, bis diese sehr warm ist. Sie sollte jedoch noch nicht kochen. Die Milch wird nun über die Brotwürfel gegossen und alles sollte einige Zeit, ca. 20-30min einweichen.

In der Zwischenzeit könnt ihr die Zwiebel klein schneiden und würfeln. Die Zwiebelstückchen werden in zerlassener Butter glasig angebraten. Nun kommen auch noch die Kräuter und Gewürze mit in die zerlassene Butter.

Diese Mischung könnt ihr nun unter die Brotwürfel einarbeiten. Ich habe dafür die Küchenmaschine mit dem Knethaken verwendet. Jedoch erst, wenn die Masse etwas kälter geworden ist. Schmeckt alles ab und gebt anschließend noch die Eier hinzu.

Lasst die Küchenmaschine ein paar Minuten bei langsamer bis mittlerer Geschwindigkeit den Teig verarbeiten. Oder knetet alles kräftig, bis eine homogene Knödel-Masse entsteht.

Nun kommt der Grund, weshalb die Serviettenknödel auch Serviettenknödel heißen: Sie werden in Servietten, Geschirrtücher oder andere Kochfeste Stoffe gewickelt. Ich persönlich verwende Bewusst Geschirrtücher oder Leinenstoff, den ich später in der Waschmaschine auch kochen kann, da ich meine Lebensmittel nicht in Plastikfolie Kochen möchte.

Die Masse wird nun der Länge nach auf dem Tuch ausgebreitet und als eine Rolle geformt. Macht eure Hände gerne zwischendurch nass, dann lässt sich besser arbeiten. Anschließend die Masse zu Serviettenknödeln von etwa 15cm Länge und 4cm Durchmesser zusammenrollen. Achtet jedoch darauf, dass der große Serviettenknödel dann auch in euren Topf passt. Damit der Knödel beim Kochen nicht aufgeht, bindet ihr die Enden und den Knödel mit etwas Küchengarn fest zusammen.

Nun kann der Serviettenknödel auch schon in das gesalzene Kochwasser. Nach ca. 30min sollte der Knödel fertig sein. Lasst das Wasser die ganze Zeit bei mittlerer Temperatur vor sich hin köcheln.

Nach dem Kochen wird der Serviettenknödel ausgepackt und ihr könnt ihn vor dem Servieren in ca. 1-2cm dicke Scheiben schneiden.

Ich wünsche Euch allen guten Appetit und viel Freude mit meinem Schoko-Chili Gulasch mit Serviettenknödeln! 

Facebookpinterestinstagram