Würz-Kürbis im Glas

Die liebe Tina von Lecker & Co lädt mal wieder zu einem Blogevent ein. Dieses mal mit der Thematik: Kürbisse. Das passt mir ja gerade wunderbar, da ich eine sehr große und ergiebige Kürbisernte in meinem Garten hatte. 

Daher konnte ich nicht widerstehen und mache mit. Also viel Spaß und  Lasst die Kürbisse rollen… 

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Schaut unbedingt mal auf Tinas Seite vorbei, ich bin mir sicher, dass ihr sehr viele leckere Kürbis-Ideen finden werdet. Hier geht es direkt zu ihrem Blogevent

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Die Frage ist nur, was mache ich mit meinem Kürbis? Der Kürbis ist an sich ja ein wunderbares Gewächs. Selbst im Märchen verwandelt sich der Kürbis in eine zauberhafte Kutsche und fährt das Aschenbrödel zum Ball. Zudem sind die Kürbis-Geister im Herbst und an Halloween immer wieder schön und verspielt. 

Bei meinem kleinen Foto-Shooting war  meine heimische Qualitätskontrolle mal wieder besonders kreativ und ich habe nun eine weitere kreative Verwendungsmöglichkeit von Kürbis gefunden: Nehmt ihn einfach im Sonnenschein als Projektionsfläche für Schattenspiele. Sehr lustig =D 

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Doch nun zurück zu der Frage, welches Rezept ich Tina zu ihrem Blogevent mitbringen werde. Eines der ersten Kürbis-Rezepte in meinem Leben, die ich bewusst gegessen habe, war süß-sauer eingelegter Kürbis. Gerne als Beilage zu deftigen Gerichten. Doch nur süß-sauer einlegen ist mir dann doch nicht genug – ich mag den Klassiker zwar gerne, doch ich liebe auch sehr die Gewürzvielfalt im Herbst und in der weihnachtlichen Küche. Daher habe ich heute einen Würz-Kürbis im Glas im Gepäck für euch. 

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Zubereitung Würz-Kürbis im Glas: 

* 2500g Kürbis (geputztes Fruchtfleisch) 

* 1000ml Essig 

* 1500g Zucker

* 4 Stangen Zimt 

* 1 TL Anis

* 4 Lorbeerblätter

* 4 Kardamom-Kapseln 

* 8 Sternanis 

* 1/2 TL Muskatnuss

* 1 EL Pomeranzen-Schalen 

* 1 EL Zitronen-Schalen 

 

Die Frage ist nun, welche Kürbissorte ist geeignet? Ich habe mich für Riesenkürbisse entschieden. Ebenso sind jedoch Butternusskürbis und Muskatkürbis möglich.

Noch ein wichtiger Tipp von mir bevor ihr mit der Kürbis-Verarbeitung beginnt:

Bevor ihr mit der Kürbisverarbeitung beginnt (also auch vor dem Schälen), zieht bitte Küchenhandschuhe an. Ich habe das leider vergessen. Und so hat sich eine sehr ledrige und orangene Schicht auf meinen Händen gebildet. Nach einer intensiven Handwäsche ging es auch langsam aber sicher weg. Jedoch sah es phasenweise so aus, als ob ich als Statistin im nächsten Zombie-Film mitspielen könnte – zumindest als Handmodell.

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Das geputzte Kürbisfleisch in gleich große Stücke schneiden, dadurch werden die Stücke später gleichmäßiger gar. Ihr solltet eigentlich alle Kürbissorten außer Hokkaido-Kürbis auch schälen.

Noch ein kleiner Tipp von mir: Die Kürbiskerne müsst ihr nicht entsorgen, ihr könnt sie noch für Salate in einer Pfanne anrösten und essen. Sehr lecker.

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Aber nun zurück zum Rezept.

Lasst nun reichlich Wasser in einem Kochtopf aufkochen und lasst daraufhin die Kürbisstücke darin am besten in zwei Portionen je nach Stückgröße ein bis zwei Minuten vorkochen. Gebt nicht zu viele Kürbisse auf einmal in das Wasser, da es sonst zu lange dauert, bis das Wasser wieder kocht.

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Daraufhin werden die Kürbisstücke mit einer Schaumkelle aus dem Wasser gehoben. Lasst sie kurz abtropfen und dann könnt ihr sie auf einem Backblech abkühlen lassen. Arbeitet jedoch vorsichtig, dass die Kürbisstücke nicht zerbrechen.

Lasst nun den Essig gemeinsam mit dem Zucker und den restlichen Gewürzen in einem Topf aufkochen. gebt noch einmal vorsichtig die vorgekochten Kürbisstücke hinzu und lasst diese in dem Sud noch ein paar Minuten köcheln.

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Anschließend werden die Kürbisstücke mit der Schaumkelle in die sauberen Einmachgläser gegeben. Die Gläser sollten nicht zu voll sein, so dass bis zum Rand noch etwa zwei Zentimeter Platz sind.

Der Essigsud mit den Gewürzen sollte nun noch fünf bis acht Minuten bei starker Hitze ohne Deckel etwas reduzieren, so dass der Geschmack intensiviert wird. Der Sud wird daraufhin kochend heiß über die Kürbisstücke gegossen, so dass sie vollständig mit dem Sud bedeckt sind.

Anschließend werden die Gläser mit einem Gummiring am Deckel und Klammern über dem Deckelrand fest verschlossen und in die Fettpfanne des Backofens gestellt.

Der Backofen sollte zuvor auf 90°C vorgeheizt sind. Stellt nun die Gläser in die Fettpfanne und füllt diese daraufhin mit kochendem Wasser (ca. 2cm Höhe). Die Gläser sollten nun noch ca. 30min im Ofen sterilisiert werden und anschließend im Ofen abkühlen.

Noch ein Tipp von mir: In diesem Rezept wird der Kürbis sehr süßlich eingelegt. Wer es etwas herber mag, sollte die Zuckermenge um 250g bis 500g reduzieren.

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Die Frage ist nun, wozu passt der Würz-Kürbis im Glas? 

Mit diesem sehr würzigen Kürbis könnt ihr wunderbar kurzgebratenes Fleisch im Herbst kombinieren. Ebenso passen Preiselbeeren, Salat, Pfifferlinge oder Wild dazu. Eurer Phantasie sind keinerlei Grenzen gesetzt.

Viel Spaß und lasst euch den Würz-Kürbis im Glas gut schmecken! 

 

 

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Wurstsalat mit frisch gebackenem Brot

Wenn es mal wieder ein schnelles und einfaches Abendessen sein darf, dann ist der selbst gemachte Wurstsalat mit frisch gebackenem Brot genau das Richtige! 
Die Woche feiert heute Bergfest und da passt eine ordentliche Brotzeit mit einem schweizerischen Wurstsalat einfach perfekt.
Ich habe ihn jetzt schon gemacht, doch er kommt noch bis zum Abendessen in den Kühlschrank. Gut durchgezogen ist er einfach ✰✰✰ traumhaft ✰✰✰. 
Oh, wie gern ich das esse! Besonders wenn der Wurstsalat ein paar Stunden im Kühlschrank ziehen durfte, dann schmeckt er wie von Muttern selbst gemacht. Da werden Kindheitserinnerungen wach… 

Zubereitung Wurstsalat:

* Fleischwurst

* zwei Schalotten

* eine Stange Lauch

* Emmentaler Käse

* Pfeffer

* Salz

* Essig

* Öl

* etwas Wasser

Die Fleischwurst, die Schalotten, den Lauch und den Käse klein schneiden. Mit Pfeffer, Essig, Salz, Öl und etwas Wasser abschmecken und gut durchmischen. Dann kann der Salat für ein paar Stunden in den Kühlschrank. So entfaltet sich der Geschmack erst richtig. Dazu noch eine Scheibe frisch gebackenes Brot – und es bleiben keine Wünsche offen!

 
 

Das frisch gebackene Brot zum Wurstsalat: 

Zubereitung:

* 650g Weizenvollkornmehl

* Sauerteig

* drei Päckchen Trockenhefe

* Salz

* Zucker

* 0,33l Bier

* ca. 350ml Wasser

* selbst gemachtes Brotgewürz

Das Mehl wurde mit dem Sauerteig, der Trockenhefe, Salz, Zucker, Bier und Wasser mit der Küchenmaschine zu einem Teig verarbeitet. Den Teig habe ich nun mit einem Geschirrtuch abgedeckt und ihn ca. eine Stunde stehen lassen. Während dessen habe ich das Brotgewürz hergestellt.

Zubereitung Brotgewürz:

* 2 EL Fenchelsamen

* 2 EL Kümmel

* 2 EL Anis

* 1 EL Koriander

* 1 TL Kreuzkümmel

Alle Gewürze werden einzeln leicht geröstet und dann in eine gemeinsame Schüssel gegeben. Alle Gewürze in der Schüssel nun in einen Mixer oder Mörser geben und fein vermahlen. Die Gewürzmischung kann nun in ein luftdicht verschließbares Glas gegeben werden. Für ein Brot habe ich 2 EL dieser Gewürzmischung hinzu getan. Testet es am Besten selbst, der rohe Teig kann ja abgeschmeckt werden.

Weiterverarbeitung:
Den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche stürzen und den Teig in Form eines Brotes bringen. Nun habe ich den Teig im Bräter / in der Brotform noch zwei Stunden gehen lassen. Daraufhin kam das Brot auf der mittleren Schiene bei 220°C für 90min in den Backofen. Ich hatte noch eine hitzebeständige Schale mit Wasser im Backofen stehen.
Nach dem Backen kurz auf einem Gitterblech auskühlen lassen.


Lasst Euch den Wurstsalat mit frisch gebackenem Brot gut schmecken!

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Hutzelbrot

Das Hutzelbrot ist ein Brot mit Geschichte – nicht nur mit vielen Aromen. Es begleitete mich stets durch die Advents- und Weihnachtszeit. 

Früher hat meine Oma das Hutzelbrot gebacken und mit den Jahren hat dann meine Mutter das Hutzelbrot übernommen. Wenn man durchgefroren vom Spielen im Schnee nach Hause kam, dann war ein Hutzelbrot – mit Butter beschmiert – das Beste. Besonders wenn man sich dann wohlig warm vor dem Kachelofen wärmen konnte. Ein Gefühl von Geborgenheit und Kindheitserinnerungen. 

Das Hutzelbrot oder auch bekannt als Früchtebrot ist ein kleiner, saftiger Laib.  Das Brot hat einen saftigen, festen Teig und im Anschnitt sichtbare Frucht- und Mandelstücke. In vielen süddeutschen Haushalten wird das Hutzelbrot mit Mandeln oder Belegkirschen verziert – ich kenne es jedoch nur mit Puderzucker bestäubt. Daher möchte ich Euch hier meine klassische Version vorstellen. Das schöne ist, dass das Hutzelbrot sehr lange haltbar ist. Mehrere Wochen sogar. 

Die Brote können so in einer großen Anzahl bereits mehrere Wochen vor Weihnachten gebacken und kalt gelagert werden. 

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Im Süddeutschen Raum und in Österreich ist das Hutzelbrot verbreitet. Begonnen wurde mit dem Backen des Früchtebrots in den Tagen um den Andreastag am 30. November. In der Andreasnacht – oder auch Klopfa-Noah zogen junge masikierte Männer mit Gedichten von Haus zu Haus und baten um Gaben. Häufig bekamen sie dann auch das Hutzelbrot. 

Es gehörte mit anderen Herbstgaben teilweise zu den Festtagsspeisen am Nikolaustag und zu Gebäcktellern an den Adventssonntagen. Das Schöne an diesem Früchtebrot ist, dass es in der ursprünglichen Version all die Früchte und Gaben aus der Region und dem Garten mit aufgriff. Doch im Laufe der Jahrhunderte kamen natürlich mit zunehmendem Wohlstand auch weitere Zutaten hinzu. 

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Ein alter süddeutscher Verlobungsbrauch ist das Anschneiden des Früchtebrotes. Die Anschnitte des Früchtebrotes wurden von den Frauen im heiratsfähigen Alter an ihre Liebhaber verschenkt, um mittels glatter Schnittkanten ihre Zuneigung zu signalisieren oder mittels rauer Schnittkanten die Beziehung zu beenden.

Am Heiligen Abend oder am Stephanitag, der zweite Weihnachtsfeiertag, wurde das Früchtebrot vom Hausvater angeschnitten und verteilt. Die Kinder, Knechte, und Mägde bekamen einen Anteil. Um Glück in den Stall zu bringen, erhielten die Tiere Früchtebrot zu ihrem Futter hinzu. 

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Zubereitung: 

* 2,5 Kg gedörrte Birnenschnitze 

* 1,5 Kg Zwetschgen 

*500g  Rosinen 

* ein Glas Rotwein

* 500g geschälte, geschnittene Mandeln 

* 500g Feigen 

* 125g Zitronat

* 125g Pomeranzenschale 

* Zitronenzesten von zwei Zitronen

* 60g Zimt 

* 8g gestoßene Nelken 

* 8g zerstoßene Fenchelsamen

* 15g Anis

* 1 Glas Kirschwasser 

* 60g Hefe

* 1,25 Kg feines Mehl 

* 2,75 Kg Mehl

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Zunächst müsst ihr für die Zubereitung zwei Tage Zeit einplanen. Zwar nicht durchgängig, doch der Teig muss etwas ruhen und die Früchte müssen auch den Geschmack aufnehmen.

Zunächst werden die Zwetschgen entkernt und dann gemeinsam mit den Birnenschnitzen mit Wasser und Zucker weich gekocht. Die Schnitze werden in zwei oder drei Teile zerschnitten und in einem Topf erst mal bei Seite gestellt, bis sie wieder ausgekühlt sind.

Die Rosinen kommen nun zeitgleich einige Zeit in das Glas Rotwein.

Das gekochte Obst wird in ein ziemlich großes Gefäß getan und mit den Rosinen, dem Rotwein, den Mandeln, den klein geschnittenen Feigen und dem Zitronat, Pomeranzenschalen und den Zitronenschalen aufgefüllt. Hinzu kommt nun der Zimt, die Nelken, der Fenchel, der Anis und ein Glas Kirschwasser(Schnaps).

Das Obst kann je nach Geschmack noch um Äpfel oder Walnüsse ergänzt werden. Dann wird das Früchtebrot fruchtiger, an der Teigmenge müsst ihr nichts ändern.

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Der Brotteig wird aus Teilen der erwärmten Schnitzbrühe, dem feinen Mehl (2,75Kg) gemacht. Aus der Hälfte des Mehls wird mit der Schnitzbrühe ein Vorteig gemacht. Diesen lässt man über Nacht gehen, schafft früh am nächsten Morgen mit der erwärmten restlichen Schnitzbrühe und der Hefe einen sehr festen Teig und nimmt dann die Hutzlemasse und das restliche Mehl hinzu. Nun heißt es fleißig kneten oder die Küchenmaschine bedienen.

Ist der Teig gleichmäßig durchgearbeitet, so wird er mit feinem Mehl bestreut und zugedeckt, wenn er nun weitere drei bis vier Stunden geruht ist, werden kleine Laibchen geformt. Diese Laibchen dürfen nun noch einmal ein bis zwei Stunden auf dem Backblech gehen.

Nun kommen sie in den vorgeheizten Backofen und werden wie normale Brote gebacken. Die Backzeit variiert und hängt von der Brotlaibgröße ab. Während des Backens werden die Brote ein bis zweimal mit Schnitzbrühe oder Zuckerwasser bestrichen. Danach können die Hutzelbrote auf einem Gitterblech auskühlen.

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Lasst es Euch gut schmecken! Perfekt zum Hutzelbrot ist etwas frische, süße Butter und ein heißer Früchtetee – mehr braucht ihr nicht! 

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{Gastbeitrag von Madam Rote Rübe} AROMATISCHE LATWERGE – DAS GEWÜRZ-ZWETSCHGENMUS AUS DER PFALZ

Meinen Auftakt im Goldenen Herbst macht Madam Rote Rübe mit einem leckeren Gewürz-Zwetschgenmus. Das AROMATISCHE LATWERGE – DAS GEWÜRZ-ZWETSCHGENMUS AUS DER PFALZ findet ihr auch auf ihrem Blog.

Wenn ihr auf Facebook sucht, findet ihr die aktive Madam Rote Rübe natürlich auch.

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Zeitreise: Tradition Latwerge
Früher war es in der Pfalz üblich, dass sich im goldenen Herbst die Landfrauen in den Dörfern trafen, um die berühmten Zwetschgen-Latwerge, ein eingedicktes Fruchtmus, zuzubereiten.

In guten Jahren, wenn die Zwetschgenbäume brechend voll hingen mit Früchten, fanden sich in der Erntezeit am Abend die Frauen bei Nachbarn oder Verwandten ein.

Dann saßen sie im Kreis um einen großen geflochtenen Korb, prall gefüllt mit Zwetschgen, herum. In der Hand hielten sie ein scharfes Messerchen und während viel erzählt und gelacht wurde, entsteinten sie fleißig die Zwetschgen.

Natürlich ließ sich die gastgebende Hausfrau gegen Mitternacht nicht nehmen, noch Kaffee und Kuchen, Brot und Hausmacher aufzufahren und bei einigen Gläschen Obstwein hatten alle noch einen Heidenspaß.

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Eine gesellige und mühvolle Arbeit
Über Nacht zogen die reifen Zwetschgen Saft und am nächsten Morgen ging es dann weiter. Nun heizte der, der einen Kupferkessel besaß, häufig war es ein Kessel eigens nur für Latwerge, ihn in der Waschküche mit einem Feuer ein.

Sobald die Zwetschgen darinnen waren, fing sofort eine Frau mit dem Rühren an, damit bloß nicht das Mus am Boden anbrannte. Deswegen hieß es auch Latwerg, weil mit einem großen Holzlöffel, Latte, gerührt bzw. gewergt wurde.

Jetzt köchelten die Zwetschgen bis zu 24 Stunden vor sich her, erwünscht war von der Konsistenz eine zähflüssige “Quetscheschmier”.

Ihr könnt Euch sicher vorstellen, dass sich die Frauen bei dieser anstrengenden Tätigkeit abwechseln mussten, damit sie sich und ihre Rücken wieder erholen konnten, vor allem, wenn es gegen Ende zuging und der Rührvorgang zu einer Herkulesarbeit ausartete.

Nun süßten die Landfrauen noch die Latwerge nach Geschmack und gaben mit Zimt, Anis, Sternanis und Nelkengewürz ihre persönliche Note dazu.

Ein herrlicher, warmer Gewürzduft erfüllte den Raum, die besonderen Aromastoffe ließen diese “Schmier” zu einer einzigartigen Spezialität werden, die in Steinguttöpfe, bedeckt mit Cellophanpapier, oder in Einmachgläsern abgefüllt, als Hausfrauenstolz in die Vorratskammer für die langen, düsteren Wintermonate übersiedelte. Als begehrte Süßigkeit für aufs Brot oder als Füllung von Kuchen und Mehlspeisen bereicherte sie den winterlichen Speiseplan.

Heute sehen wir höchstens dieses alte Verfahren noch auf den Bauernmärkten in der Pfalz. Wer Interesse an einer traditionellen Latwerge hat und diese probieren und kaufen möchte, besucht hier den rechten Ort.

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Ein uraltes Hausrezept
In einem alten Kochbuch, 1. Ausgabe 1873, “Das Hauswesen” von M.S.Rübler fand ich folgendes Rezept für Zwetschgenmus:

“Die gewöhnliche Zwetschge läßt man, wenn sie schön blau und reif ist, auskernen und in einem saubern hölzernen Gefäß mit dem kleinen Stampfeisen stampfen. Nach und nach tut man die in den Kessel, unter den ein nicht zu starkes Feuer gemacht ist, das auch unterhalten wird. Zu 50 Liter Zwetschgen nimmt man nun 3/4 Liter ausgepreßten Saft der reifen Flieder- oder Holunderbeeren und tut ihn, nachdem die Zwetschgen ungefähr 4-5 Stunden gekocht haben, hinzu, ebenso kleingebrödelten Zimt, zerbrochene trockene Zitronenschale, gereinigten Anis und einige gestoßene Nelken.
Die Zwetschgen müssen, sobald sie im Kessel sind, beständig gerührt werden mit einer sogenannten Musrühre, die immer auf dem Boden des Kessels bleibt, damit das Mus nicht anbrennt, was sehr leicht der Fall ist. Nachdem das Mus ungefähr 9 Stunden gekocht hat, läßt man das Feuer ganz schwach brennen und versucht, ob das Mus die gehörige Steife hat. Man nimmt nämlich einen Löffel davon auf ein Stückchen starkes Schreibpapier, und wenn der Saft nicht durchdringt und das Mus beim Umwenden des Papiers nicht davon abfällt, so ist es gar. Sollte das Mus nicht die erforderliche Süße haben, so muß man etwas Zucker mitkochen.
Man hat sich nun Steintöpfe bereitgestellt, die gehörig sauber sind, füllt das Mus mit einer Holzkelle hinein und macht die Töpfe recht voll davon.
Kann man während des Aushebens des Muses den Kessel nicht vom Feuer nehmen, so muß alles Feuer darunter weggezogen und das Mus noch immer gerührt werden, bis man überzeugt ist, daß es sich nicht an den Kessel anlegen kann.
Je schneller und heißer das Mus aus dem Kessel kommt, um so besser ist es. – In den Kessel läßt man sogleich Wasser gießen und ihn reinigen.
Andern Tags wird das Mus eine Kruste haben, und man bindet dann die Töpfe mittels starken Pergamentpapiers und Bindfadens zu.
Dieses Mus hält sich Jahr und Tag.”

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Rezept

Zwetschgen-Latwerge, traditionell

6 kg reife Zwetschgen
4 Stangen Zimt
1 Vanillestange
2 MSP Nelkenpulver
2 MSP Kardamon
2 MSP Anis
3 Sternanis
oder 2 gestr. TL fertiges Latwerge-Gewürz
0 bis zu 600 g Honig (Zucker), je nach Geschmack

Zwetschgen gut waschen, mit einem scharfen Obstmesser entkernen. In einen Bräter mit den Gewürzen einschichten und bei 180°C in den Backofen geben. Wenn Ihr fertiges Latwerge-Gewürz verwendet, dies erst zum Schluss mit dem Zucker einrühren. Ganz wenig Wasser, 100- 200 ml, zugeben, damit nichts ansetzt und nun bis zu 4-6 Stunden im Backofen stehen lassen. Ab und zu mit einem Holzlöffel durchrühren, die Latwerge stets im Auge behalten, damit sie nicht anbrennt. Die Masse sollte zu einem streichfähigen Mus, dunkel und zähflüssig, eingedickt sein.
Auf den Herd stellen und gut durchrühren, dabei die Gewürze herausfischen und nach Geschmack süßen.
Zwetschgen bestehen aus viel Fruchtsüße und durch das stundenlange Einkochen haben wir ein süßes Fruchtmus, daher vorsichtig süßen.

Wer möchte, kann die Latwerge noch durch die Flotte Lotte drehen oder mit dem Zauberstab pürieren.
Heiß in sterile Twist-off-Gläser randvoll einfüllen, 5 Minuten auf den Kopf stellen, wieder umdrehen.

Tipp:
Bei uns daheim ist es üblich, dass diese köstliche Zwetschgenmarmelade in kleineren Einmachgläsern bei 80°C nochmals 20 Minuten eingekocht wird, und ich sage nicht zuviel, selbst nach Jahren, schmeckt diese zum Niederknieen leckere Köstlichkeit wie frisch.

Latwerge begleiten mich schon mein Leben lang, ein Kanten Brot, dick mit Butter bestrichen und süße Latwerge darauf, gehören für mich unbedingt zur traditionellen Pfälzer Esskultur.

Allein der Duft, es schmeckt nicht nur würzig, es riecht auch wunderbar, kein Wunder, die ganze weihnachtliche Gewürzpalette enthält diese Schmier. Von solchen Kindheitsdüften lasse ich mich gerne aufmuntern und Ihr? Welche Marmelade begleitet Euch schon immer?

So, jetzt gehe ich in die Speisekammer und vergieße eine Träne, denn dieses Jahr gibt es eine Zwetschgenernte, die ist mehr als mau.

Alles Liebe, Eure

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