Schwäbische Fasnetsküchle ~ Ausflug in die Schwäbisch-Alemannische Fastnacht

Schwäbische Fasnetsküchle sind ein typisches Hefe-Gebäck mit Zucker in der Faschingszeit. Ruck-zuck sind die schwäbischen Fasnetzküchle fertig. Je nach Region heißen diese kleine Krapfen, Berliner oder eben auch Fasnetsküchle anders. Und natürlich hat auch jede Familie ihr eigenes Rezept. Die Unterschiede sind nicht sehr groß, doch fast alle haben in paar Gemeinsamkeiten: Zucker, Hefe, Weizenmehl und noch mehr Zucker. Und nicht zu vergessen, diese Köstlichkeiten aus der Fasnets- oder Faschingszeit wird in Butterschmalz oder Pflanzenfett heraus gebacken. Also die perfekte Energiequelle während der Feierei auf den Straßen. 

Heute nehme ich Euch mit in die schwäbisch-alemannische Fastnacht oder wie ich es kenne, die Fasnet. Sie geht zurück auf mittelalterliche und frühneuzeitliche Traditionen. Besonders ist hier die Vermummung der Teilnehmer des Umzuges als „Larven“, Hexen, Teufel oder unterschiedliche Tiere.

Die Masken bestehen meist aus Holz. Das Häs (die Verkleidung) wird nicht jedes Jahr neu erfunden, sondern die Narrenhästräger geben ihr Häs in den schwäbisch-alemannischen Fasnachts-Gebieten meist über Generationen weiter. 

Die eigentliche Fasnet beginnt am Schotzige Dorstig / Dunnschtig (Weiberfasnacht) und geht bis zum Aschermittwoch. In dieser Zeitspanne werden traditionell auch die Fasnetsküchle zubereitet. 

Die Fotos stammen noch von einem älteren Besuch auf dem Weil der Städter Umzug. Falls ihr mal in der Gegend seid, dann kann ich Euch den Besch sehr empfehlen. Er findet traditionell am Fasnets-Sonntag statt. 

Der Weil der Städter Umzug zieht jährlich zehntausende Besucher in die Kepler-Stadt. Der besondere Charme ist hier durch die mittelalterliche Altstadt, die vielen Narrenzünfte und die lokale Verbundenheit der Narrenhästragenden deutlich zu spüren. Ihr müsst jedoch darauf gefasst sein, plötzlich von einem der Wilden Leute mit einer aufgeblasenen Schweinsblase geschlagen zu werden, von Narren erschrocken zu werden oder zu sehen, wie sich die Hexen in einem kleinen Schaukampf auf der Straße prügeln.

Ihr merkt schon, hier ist mit viel Liebe zum Detail, Herzblut und Engagement ein schöner Zug auf die Beine gestellt worden. Dieser wird jedes Jahr von der Weiler Narrenzunft AHA auf die Beine gestellt. 

Falls ihr mal in der Gegend sein solltet, dann kann ich Euch nur wärmstens empfehlen den Weil der Städter Umzug zu besuchen. 

Doch nun zurück zum Rezept für die schwäbischen Fasnetsküchle. 

Zutaten schwäbische Fasnetsküchle:

* 500g Weizenmehl Typ 550 

* 42g frische Hefe 

* 90g Zucker 

* 1/4 L lauwarme Milch

* 1/2 TL Salz 

* 2 Eier 

* 3 EL Rapsöl 

* Schmalz zum Frittieren (alternativ könnt ihr auch Pflanzenfett nehmen) 

* Puderzucker zum Bestreuen 

Zubereitung schwäbische Fasnetsküchle:

Zunächt gebt ihr die trockenen Zutaten in eine Schüssel. Falls ihr eine Küchenmaschine habt, könnt ihr die trockenen Bestandteile auf langsamer Stufe vermischen lassen. Falls ihr von Hand arbeitet, dann rührt einfach alles einmal durch. Anschließend kann die lauwarme Milch, die Eier und das Öl mit in den Teig.

Wenn alles gut verrührt ist, bestäubt ihr den Teig mit ein wenig Mehl (der Teig wird relativ feucht und matschig sein), bedeckt die Schüssel mit einem Tuch und lasst den Teig für eine Stunde an einem warmen Ort stehen.

Anschließend erhitzt ihr das Schmalz (oder Fett). Wenn das Schmalz heiß ist, nehmt ihr Stückweise den Teig aus der Schüssel. Ca. die Menge einer Pflaume. Dieses Teigstück zieht und dehnt ihr, bis es eine flache Form hat und backt dieses Teigstück dann im Schmalz, bis es zartbraun geworden ist.

Jedes Jahr, wenn wir Fasnetsküchle backen, kommt die Geschichte meiner Ur-Oma auf. Meine Mutter erzählte sie mir früher und auch Heute kommen wir immer wieder auf diese kleine Familiengeschichte zu sprechen. Eigentzlich zieht man die Fasnetsküchle übers Knie, um die richtige Form zu bekommen. So zeigte es meine Ur-Oma meiner Fünf- oder Sechsjährigen Mutter. Auf das Knie wird ein feuchtes Stofftaschentuch gelegt, am besten ein Herrentaschentuch, denn die sind größer, dann wird das Stückchen Teig genommen und so lange gerollt und gezogen, bis die gewünschte Form entsteht. Das ist also die typische Herstellungsweise, wie sie in meiner Familie überliefert wird, auch wenn ich dies nicht jedes Jahr mache. 

 

Nachdem die Fasnetsküchle aus dem Fett kommen, könnt ihr diese direkt mit Puderzucker bestreuen. Und fertig sind die schwäbischen Fasnetsküchle. 

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