Weihnachtszimtsterne

Meine heutigen Weihnachtszimtsterne sind leider nicht die perfektesten geworden – also rein optisch. Jedoch sind sie geschmacklich der reinste Hit. Warum es mir so schwer gefallen ist, diese Weihnachtszimtsterne in die perfekte Form zu bringen, möchte ich Euch erzählen, bevor es an das Rezept dieser süßen und luftigen Köstlichkeiten geht. 

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Mein Rezept der Zimtsterne oder besser gesagt meiner diesjährigen Weihnachtszimtsterne stammt aus einem Koch- und Backbuch aus dem Jahre 1902. Die Grundlage dieses leckeren Weichnachtszimtsterne-Rezeptes bildet ein Rezept aus dem Neuen Stuttgarter Kochbuch – oder bewährte und vollständige Anweisung zur schmackhaften Zubereitung aller Arten von Speißen, Backwerk, Gefrorenem, Eingemachtem u.f.m. von Friedericke Luise Löffler.

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Ich habe das Kochbuch von meiner Mutter geschenkt bekommen. Und sie hat es selbst schon geerbt. Es ist also seit 1902 in unserem Familienbesitz und diente hier auf dem Blog auch schon für ein paar Köstlichkeiten in meiner Weihnachtsbäckerei. So zum Beispiel für meine Weißen Lebkuchen anno 1900, meine Bärentatzen, meine Zimtherzchen nach Ur-Omas Art und die Orangen-Mandelhäufchen wurden auch von diesem wunderbaren alten Schatz inspiriert. 

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Doch nun zurück zu der Frage: Warum sehen meine Weichnachtszimtsterne nicht perfekt aus? 

Das Koch- und Backbuch muss um die Jahrhundertwende der reinste Renner gewesen sein, denn 1902 wurde mein Exemplar bereits in der 22. Auflage veröffentlicht. Und die Rezepte waren damals schon über 100 Jahre alt, so steht es zumindest im Vorwort. Also die Rezepte sind jetzt schon über 215 Jahre alt. 

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„Die erste Verfasserin dieses Kochbuchs, Frau Friericke Luise Löffler in Stuttgart, war „Landschaftsköchin“, d.h. Köchin der zusammen speißenden Abgeordneten, genannt „Landschaft“, des damaligen Herzogtums Württemberg, eine Stellung, welche die allgemeine und höchste Anerkennung ihrer Kochkunst beweißt. 

Sie war gleichsam die erste Köchin des Landes, ihr Kochbuch dessen erstes Kochbuch, und diesem Ruhm hat dasselbe seither, seit über hundert Jahren bewahrt“. 

Die Problematik ist nun, die Backzeiten in die Gegenwart zu übersetzen. Vor allem auch die Temperaturen. Denn im Koch- und Backbuch von Luise Löffler, die übrigens eine Meisterin ihres Faches war, werden keine Temperaturen genannt, sondern wie damals üblich, die Temperatur im Backofen (Holzbackofen – genau, mit Feuer und so) umschrieben. Also ein erkühlter Backofen, große Hitze, bei offener Tür den Backofen erhitzen, langsam anheizen, beständig nachheizen etc. Ihr merkt schon, es ist etwas schwer die genaue “Temperatur” aus solchen Anleitungen heraus zu lesen. 

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Meine Qualitätskontrolle meinte schon so nett zu mir, nachdem ich meine Probleme mit ihm durchkaute (ja, er hatte einen Weihnachtszimtstern nach dem nächsten in der Hand und im Mund), dass ich doch einfach mal googeln solle – super Idee – warum bin ich da nicht gleich drauf gekommen! 

Na wie auch immer, ich möchte Euch heute mein leckeres, wenn auch nicht optisch perfektes Weihnachtszimtsternrezept vorstellen. Eventuell werde ich das Rezept nächstes Jahr noch etwas optimieren. Doch für dieses Jahr haben wir unseren Bedarf an Weihnachtszimtsternen gedeckt. Denn das Rezept ist nicht nur in alten Temperatur-Angaben sondern auch in alten Mengenangaben verfasst. Damals hat man wohl nicht für einen Zwei-, Drei oder Vierpersonen Haushalt gebacken. Daher hat das Rezept für ca. 120 Weihnachtszimtsterne gereicht. 

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Zubereitung Weihnachtszimtsterne: 

* 750g gestoßener Zucker (ich hatte mich für Puderzucker entschieden) 

* 10 kleine Eiweiß 

* 15g Zimt 

* 500g ungeschälte, gemahlene Mandeln 

* Weizenmehl zum Ausrollen 

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750g gestoßener Zucker wird mit dem Schnee von 10 kleinen Eiweiß eine Stunde gerührt und 15g fein gestoßener Zimt dazu getan. Ich hatte mich für 20min Rühren mit einem Handrührgerät entschieden.

Wenn die Masse dick und leicht gerührt ist, werden 8 Esslöffel davon in ein kleines Geschirr genommen und kalt gestellt.

Falls ihr keine S-Eier (wie in dem Rezept gewünscht) finden solltet, sondern so wie ich auch mit M-Eier backt, dann braucht ihr nicht die angegebenen 500g gemahlene Mandeln, sondern 650g ungeschälte, gemahlene Mandeln. Bedenkt dies bitte.

500g ungeschälte Mandeln werden fein gestoßen oder mit dem Mandelreiber gerieben und unter die Masse gemischt und, wenn dieselbe eine Stunde im Keller geruht, auf dem mit Zucker, Mandelmehl und Mehl bestreuten Backbrett halbfingerdick ausgewellt, mit einer Sternform ausgestochen und auf ein mit Butter oder Wachs bestrichenes Blech legen.Ich habe mich statt dessen für Backpapier entschieden. Die Sterne werden dann mit dem zurückbehaltenen gerührten Zucker geeist und langsam gebacken.

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Soweit die Anleitung von 1902. Natürlich kamen die Weihnachtszimtsterne bei mir auf ein Backblech mit Backpapier. Die Weihnachtszimtsterne kamen nun in einen auf 180°C vorgeheizten Backofen. Für ca. 12min.

Der Teig sollte noch ein wenig weich sein, dann schmecken die Weihnachtszimtsterne später besser.

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So Ihr Lieben, ich wünsche Euch viel Freude mit diesem Rezept. Lasst Euch die Weihnachtszimtsterne gut schmecken! Und wundert Euch nicht, wenn sie nicht sooooo perfekt sind. Dafür sind sie luftig und zugleich saftig im Geschmack. 

 

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