Schweinemedaillons mit Kräuterkruste aus dem Backofen

Schweinemedaillons sind feine, etwa Handflächengroße Stücke der Schweinelende oder auch Schweinefilet. Je nach Region wird das Filet unterschiedlich bezeichnet. Schweine Medaillons (engl. Medallions of pork, franz. Médaillons de porc, ital. Medaglioni di maiale, span. Medallones de cerdo) werden aus dem langen Filet Stück vom Schwein geschnitten. Die Medaillons sind bis zu 5 cm dick und rund. Das Fleisch ist besonders zart und braucht nur kurz gebraten zu werden. Soviel erstmal vorne weg. 

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Bei uns zu Hause war es mal wieder Zeit für eine leckere Fleischmahlzeit. Fleisch gibt es bei uns nicht jeden Tag, eher nur ein oder zwei mal in der Woche. Dafür ist uns die Fleischqualität und auch die Lebensbedingungen der Tiere sehr wichtig. Zum einen schmeckt das Fleisch aus artgerechter und biologischer Tierhaltung besser, es wird beim Verarbeiten nicht kleiner und zum anderen schwingt bei uns als Fleischessern auch immer noch eine moralische Komponente mit. Hierzu gibt es diverse Positionen unterschiedlichster Art. Ein Richten über Richtig oder Falsch möchte ich mir hier nicht anmaßen, sondern meine persönliche Sichtweise der bewussten Ernährung und Lebensweise viel mehr darstellen oder auch erläutern. 

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Also wenn es dann schon mal Fleisch gibt, dann darf es gerne etwas Leckeres sein. So auch bei diesem Gericht. Ich habe mich für Schweinemedaillons mit Kräuterkruste aus dem Backofen entschieden. Die Schweinemedaillons sind eigentlich sehr schnell zubereitet. Das ganze Essen ist, wenn ihr  nicht zwischendurch ein Foto-Shooting macht, innerhalb einer halben Stunde auf dem Tisch. 

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Als Beilagen gibt es bei uns ganz herbsttypisch Kartoffeln und Kräuterseitlinge. Das schöne an dem Schweinemedaillons mit Kräuterkruste aus dem Backofen ist jedoch, dass ihr mit den Beilagen sehr gut variieren könnt und es mit einem frischen Salat mit Kräutern und Blumen zum Beispiel ein leckeres Ostergericht wird. Oder im Sommer könnt ihr mit gegrillten Cocktailtomaten arbeiten. Anweihnachten wäre zum Beispiel eine Ergänzung mit Rotkohl und Preiselbeeren auch sehr lecker. Eurer Kreativität ist bei der Auswahl der Beilagen für die Schweinemedaillons mit Kräuterkruste aus dem Backofen keine Grenze gesetzt. 

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Doch bevor wir mit der Zubereitung des Gerichtes beginnen können, müssen wir uns zunächst der Vorbereitung der Schweinemedaillons widmen. 

Vorbereitungen:

Falls noch vorhanden, sollte man die dünne silbrige Haut und die Sehnen entfernen, damit die Schweine Medaillons beim Braten zart werden.Das Fett lasse ich sehr gerne dran, da Fett bekanntlich ein Geschmacksträger ist. Wer es jedoch etwas fettärmer mag, kann das Fett auch noch entfernen, verzichtet dann jedoch auf Geschmack.

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Anschließend wird die Schweinelende in ca. fünf Zentimeter dicker Scheiben geschnitten. Achtet darauf, dass ihr die Anfangs- und Endstücke der Schweinelende nicht für die Medaillons verwendet. Ich friere sie entweder ein und mache daraus Geschnetzeltes oder es gibt am nächsten Tag direkt Geschnetzeltes, eine Reispfanne mit Schweinegeschnetzeltem oder auch kurz angebratene Filetstreifen für den Salat als Beilage. Da gibt es sehr viele Verwendungsmöglichkeiten.

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Doch nun kommen wir zur Zubereitung der Schweinemedaillons mit Kräuterkruste aus dem Backofen. 

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Zubereitung Schweinemedaillons mit Kräuterkruste aus dem Backofen: 

* Schweinemedaillons

* 1 TL Schweineschmalz

 

Zunächst werden die Kräutermedaillons in einer heißen Pfanne mit etwas Schweineschmalz von allen Seiten kurz angebraten. Wenn die Schweinemedaillons kurz angebraten wurden, könnt ihr mit etwas frisch gemahlenem Pfeffer würzen. Bitte nicht vor dem Anbraten, da der Pfeffer ansonsten leicht bitter werden würde.

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Jetzt können die Schweinemedaillons in einer Backofengeeigneten Pfanne oder anderen Form direkt in den Backofen. Dieser sollte zuvor schon auf 160°C vorgeheizt sein. Lasst die Schweinemedaillons nun für 10 Minuten im Backofen. In der Zwischenzeit könnt ihr die Kräuterkruste vorbereiten.

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Kräuterkruste:

* 2-3 EL Semmelbrösel

* 3-4 EL Olivenöl

* Pfeffer und Salz

* eine Hand voll Basilikumblätter

* eine Hand voll Majoran

* eine Hand voll Schnittlauch

Die frischen Kräuter werden gewaschen und kommen dann mit dem Olivenöl und den Gewürzen in den Mörser. Wenn die Konsistenz relativ flüssig und schön grün geworden ist, könnt ihr mit dem Untermischen der Semmelbrösel beginnen. Wichtig ist, dass am Ende eine relativ kompakte Masse entsteht. Ihr könnt die Kruste auch gerne zwischendurch abschmecken, da ja alles roh gegessen werden kann. Bedenkt jedoch, dass das Schweinemedaillon sehr dezent gewürzt wurde und so der Geschmack hauptsächlich von der Kräuterkruste kommt. Übertreibt es jedoch auch nicht mit Pfeffer und Salz.

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Wenn die Medaillons ihre 10 Minuten im Backofen waren, können sie mit der Kräuterkruste belegt werden. Versucht die Masse gleich dick auf allen Medaillons zu verteilen. Sie darf gerne 1-2 Zentimeter dick sein. Muss aber nicht. Das hängt auch von der Medaillongröße ab.

Anschließend wandert die Pfanne mit den Schweinemedaillons und der Kräuterkruste wieder zurück in den Backofen. Grillt sie nun von oben ganz kurz bei großer Hitze, so dass eine schöne Kruste entsteht. Und schon sind die Schweinemedaillons mit Kräuterkruste aus dem Backofen fertig und können mit den jeweiligen Beilagen gegessen werden.

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Kräuterseitlinge:

* Kräuterseitlinge

* Zitronenzesten

* Chili

* Thymian

* Olivenöl

Gebt das Olivenöl in die Pfanne, legt die in Scheiben geschnittenen Kräuterseitlinge in die erhitzte Pfanne, gebt die Zitronenzesten, den Chili und den frischen Thymian hinzu und bratet die Pilze von beiden Seiten an, bis sie die gewünschte Farbe und Bissfestigkeit haben.

Zudem hab ich noch gekochte Kartoffeln serviert. Falls ihr die frische der Kräuter liebt, könnt ihr noch ein paar frische Kräuter mit auf das Teller legen. Es war eine leckere Kombination.

 

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Lasst Euch die Schweinemedaillons mit Kräuterkruste aus dem Backofen gut schmecken! Ich bin gespannt auf eure Beilagen-Variationen! 

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Linsen mit Spätzle und Saitenwürstle

Esau, einer der Söhne des biblischen Urvaters Isaak, verkaufte im Alten Testament sein Erstgeburtsrecht für ein Linsengericht. Auch heute noch läßt so mancher Kenner für einen leckeren Linseneintopf alles stehen und liegen. Zwar gelten seit alters her die Linsen als Speise der Armen; dies mag vielleicht richtig sein, weil sie preiswert sind. An Geschmack sind sei jedoch kaum von anderen Hülsenfrüchten zu übertreffen. Und das typisch schwäbische Nationalgericht: Linsen mit Spätzle und Saitenwürstle ist heute weit über die Grenzen des Schwabenlandes hinaus bekannt. Somit möchte ich Euch heute diesen Klassiker Linsen mit Spätzle und Saitenwürstle als mein Herbstgericht zum Abschluss meiner Aktion Goldener Herbst vorstellen. 

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Vielen lieben Dank für Eure Beteiligung und die wunderbaren Beiträge! So hatten wir alle einen leckeren und abwechslungsreichen Start in die goldene Jahreszeit. 

Goldener Herbst Sidebar

 

Zutaten schwäbische Linsen: 

* 400g Linsen

* mehrere, kleine Zwiebeln

* 200g magerer gerauchter Bauchspeck 

* 40g Schweineschmalz 

* 40g Mehl 

* Salz, Pfeffer

* fünf Lorbeerblätter

* Essig 

* Wasser

* zwei mittelgroße Kartoffeln

 

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Zubereitung schwäbische Linsen: 

Die Linsen müssen zunächst gewaschen werden und über Nacht in kaltem Wasser einweichen. Dann mit angeschwitzten Zwiebeln und dem Stück Bauchspeck in heißes ungesalzenes Wasser zusammen mit den Lorbeerblättern geben und weich kochen. Ebenso kommen in dieses Wasser die klein geschnittenen Kartoffeln mit dazu.

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Inzwischen aus Fett und Mehl eine braune Mehlschwitze machen. Damit die fertigen Linsen binden und mit Salz, Pfeffer und Essig abschmecken. Der nicht zu weich gekochte Speck wird normaler Weise in Scheiben geschnitten und zusammen mit den heißen Saitenwürstle auf die angerichteten Linsen gelegt.

Als weitere Beilage serviert man schwäbische Spätzle.

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Zubereitung Dinkel-Spätzle:

* 500g Dinkelmehl Typ 1050

* 4 Eier

* 200ml Wasser

Aus Mehl, Eiern, Salz und Wasser einen festen, glatten Teig herstellen. Und ihn möglichst schnell in ein reichlich kochendes Salzwasser schaben.
Sollte man die Schabtechnik nicht beherrschen, bietet sich auch eine Spätzles-Drucke an. Hier kann der Teig eingefüllt und in das Wasser gedrückt werden. Falls ihr diese Gerätschaft nicht zu Hause habt, könnt ihr auch ein großlöchriges Sieb nehmen, den Teig in das Sieb füllen und mit einem Teigschaber den Teig in das Wasser drücken.
Die Spatzen erst nach dem Aufkochen herausfischen. Und fertig.

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Lasst Euch die schwäbischen Linsen mit Spätzle und Saitenwürstle gut schmecken! Für mich ist das ein wunderbares Sonntags-Herbstgericht. N’ guata! 

 

Noch eine Notiz am Rande: 

Schwaben schneiden gerne den Bauchspeck und die Saitenwürstle in kleine Stückchen auf den Tellern und vermischen dann alles mit den Linsen und den Spätzle – DAS ist sooo lecker! Auch wenn es optisch dann nicht mehr so schön anzusehen ist – doch Optik ist bei Gerichten bekanntlich nicht alles.

 

 

 

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