Sauerkraut mit Kassler und Kartoffelbrei

Sauerkraut gehört in die süddeutsche Küche genau so wie Grünkohl in die norddeutsche Küche. Beides sind typische Herbst- und Wintergerichte. Besonders, da das Gemüse den Frost im Herbst wunderbar verträgt und sich ideal im Herbst und Winter lagern und konservieren lässt. Sauerkraut ist eigentlich gesäuerter Weißkohl. Es wird durch die Milchsäuregärung konserviert und ist eigentlich eine sehr weit verbreitete Konservierungsform von Gemüse. Diese Form der Konservierung ist in Griechenland, im Römischen Reich und auch in China bekannt. Ebenso in Korea. 

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In der europäischen Küche ist das Sauerkraut nicht mehr weg zu denken. Besonders in den Wintermonaten ist Sauerkraut eine sehr beliebte Beilage und häufig ein wichtiger Bestandteil der Ernährung in Deutschland, den Niederlanden und auch in Polen. Das besondere ist, dass das Sauerkraut sehr reich an Vitamin C ist. So wurde beispielsweise im 18 Jahrhundert in der Seefahrt das Sauerkraut als der wichtige Proviant mit auf die Schiffe genommen, denn der Verzehr von Sauerkraut verhindert Skorbut bei sehr einseitiger Ernährung. 

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Bevor es gleich zum Sauerkraut mit Kassler und Kartoffelbrei geht, möchte ich Euch noch kurz den Begriff Krauts erklären. Sicherlich ist er einigen von Euch bekannt. Der Begriff Krauts ist eine Bezeichnung für Deutsche in der Nachkriegszeit. Es ist ein Stereotyp, dass alle Deutschen Kraut, also Sauerkraut essen. Die Bezeichnung Krauts für die Deutschen hat sich hauptsächlich im englischen Sprachraum verbreitet. 

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Zubereitung Sauerkraut mit Kassler: 

* 750g Sauerkraut frisch oder aus der Dose 

* 1 kleine Zwiebel 

* 1 EL Schweineschmalz 

* 10 Wachholderbeeren 

* 6 Lorbeerblätter

* 1-2 TL Kümmel 

* 125ml Fleischbrühe 

* 1/2 TL Zucker 

* Kassler 

* etwas Weißwein 

* Pfeffer und Salz 

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Die Zwiebel werden klein geschnitten und im Schweineschmalz glasig angebraten. Gebt nun die Gewürze (außer Pfeffer und Salz) mit in das Schmeineschmalz. Wenn ihr die würzigen Gerüche wahr nehmt, könnt ihr das Sauerkraut und die Fleischbrühe hinzu geben. Jetzt kann auch ein Schuß Weiwein mit in das Gericht und alles wird mit Salz, Pfeffer und etwas Zucker abgeschmeckt.

Lasst das Sauerkraut mit dem Kassler nun eine halbe Stunde mit geschlossenem Deckel auf mittlerer Temperatur vor sich hin köcheln.

Wenn das Sauerkraut fertig ist, könnt ihr vor dem Servieren noch die Lorbeerblätter heraus nehmen.

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Zubereitung Kartoffelbrei: 

* 800 g mehlig kochende Kartoffeln

* 150ml Milch

* 30g Butter

* Muskatnuss

* Pfeffer und Salz

Die Kartoffeln werden weich gekocht und zerstampft. Nun kommt etwas heiße Milch, ein Esslöffel Butter und die Gewürze hinzu. Alles wird nun püriert, bis ein cremiges Püree entsteht. Einfach lecker! Dieses Kartoffelpüree geht so schnell, dass die Fertigprodukte einfach überflüssig werden. Und falls vom Kartoffelpüree noch etwas übrig bleiben sollte, so kann dieses am nächsten Tag mit einem Ei, etwas Speck und frischen Kräutern vermischt werden, auf ein Backblech gestrichen werden (so etwa ein fingerdick) und dann im Backofen gebacken werden. Das ist eine wunderbare Beilage zu weiteren Gerichten.

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Lasst Euch das Sauerkraut mit Kassler und Kartoffelbrei gut schmecken! Ich liebe dieses Gericht und es wird bei uns jedes Jahr im Herbst / Winter sicher mehrfach gekocht. Aufgewärmt schmeckt es übrigens noch besser, besonders wenn die Flüssigkeit des Sauerkrauts schon etwas verkocht ist und das Kraut langsam aber sich am Topf fest klebt. Dann kommt die richtig rustikale Geschmacksnote.

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Also guten Appetit und lasst Euch das Sauerkraut mit Kassler und Kartoffelbrei gut schmecken! 

 

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Leberkäse mit Kartoffelpüree und Endiviensalat

Heute gibt es mal wieder einen Klassiker meiner Kindheit. Keine ausgefallene Küche, sondern etwas bodenständiges – meine liebste Hausmannskost: Leberkäse mit Kartoffelpüree und Endiviensalat. 

Nichts weltbewegendes, keine große und neue Erfindung. Weder vegan, noch vegetarisch, kein Low Carb, kein was auch immer – sondern ein Gericht, das schnell gemacht ist, sehr lecker schmeckt und für mich ein geschmackliches Nach-Hause-Kommen ist. 

Meine Wurzeln sind in Süddeutschland, doch ich lebe seit Jahren im Norden. Im Echten Norden, wie die Schleswig-Holsteiner immer so selbstsicher sagen. Und alles südlich der Elbe, so hab ich das die letzten Jahre gelernt, ist Nord-Italien. Dagegen wehre ich mich natürlich regelmäßig – doch diese albernen Plänkeleien gehören wohl dazu. Doch warum ist nun mein Wohnort entscheidend für dieses bodenständige, süddeutsche Hausmanns-Gericht? 

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Zunächst einmal, ich liebe den Norden. Die Menschen, die Mentalität, die Weite, den Himmel, den Wind, den Horizont und vor allem das Meer. DAS Meer kann man in Schleswig-Holstein natürlich nicht sagen, denn dann entbrennt die Diskussion ob Nord- oder Ostsee. Ich hab mich diplomatisch für beide entschieden. Also ich liebe die Meere! Einfach ein Traum. 

Doch ein paar Dinge vermisse ich als Süddeutsche dann doch. Wurst zum Beispiel ist so ein Thema. Die Fleischer (in Norddeutschland heißen sie nicht Metzger, noch so eine kleine aber feine Unterscheidung) würzen hier ganz anders als ich es gewohnt bin. Es hat Jahre gedauert bis ich einen Fleischer fand, der seine Wurst so würzt, dass sie meinem süddeutschen Gaumen zusagt. Und noch eine Eigenheit der Norddeutschen: Warum um alles in der Welt seht ihr Maultaschen als Delikatessen an? Entweder ich finde phasenweise keine Maultaschen in den Läden oder sie sind für eine „Schwäbin“ überteuert… Und dann im Sommer kommen die lieben Touristen und ich bekomme überhaupt keine Maultaschen mehr. (Irgendwie kaufen Touristen im Sommer in Norddeutschland besonders gerne Maultaschen… sehr seltsames Phänomen – Geht Fisch essen, der ist hier frisch und gut!)

Gut, ihr sagt jetzt: warum macht sie die Maultaschen nicht selbst? Tja – da sind wir wieder bei dem Thema Fleischer / Metzger. Eine Grundzutat der Maultaschen ist Brät, das bekomme ich hier in der Region sehr, sehr schwer. Es hat ganze acht Jahre gedauert, bis ich einen Fleischer fand, der mir auch Brät verkauft. Das ist nun mein absoluter Lieblings-Fleischer! 

Memo an mich selbst: Demnächst sollte ich mal dringend wieder Maultaschen machen! 

Und noch eine Seltenheit ist Endiviensalat. Es ist sehr schwer einen guten Endiviensalat zu finden. Diese Kombination: Suche nach einem guten Fleischer mit einer leckeren Wurst und einem gut gewürzten Leberkäse und dann auch noch einen Endiviensalat finden hat mein ehemaliges Kindheitslieblingsgericht Leberkäse mit Kartoffelpüree und Endiviensalat, das sich auf den ersten Blick so simpel anhört, für mich zu einem Festtagsgericht gewandelt. 

Daher möchte ich Euch heute mein Kindheitslieblingsgericht Leberkäse mit Kartoffelpüree und Endiviensalat vorstellen. Und ich muss gestehen, dass diese Bilder nicht so ganz der Realität entsprechen. Nein, ich hab nichts manipuliert oder so, ganz im Gegenteil. Echtes Essen, echtes Foto und echtes Rezept. Ich esse Leberkäse mit Kartoffelpüree und Endiviensalat im Normalfall komplett vermischt und zermatscht. Anfangs sieht das Teller zwar noch hübsch aus, doch dann wird zunächst der Leberkäse klein geschnitten, mit dem Kartoffelpüree und dem Endiviensalat vermischt und dann – erst dann kann es gegessen werden. Doch das ist optisch natürlich nicht sonderlich ansprechend. Doch verheimlichen wollte ich es Euch nicht.

Doch nun genug der Worte. Kommen wir zum Rezept: 

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Zubereitung Leberkäse: 

* gebackener Leberkäse

* etwas Öl

Der gebackene Leberkäse wird in Scheiben geschnitten. Oder ihr nehmt einen Leberkäse, der bereits in Scheiben geschnitten ist. Daraufhin kommen die Scheiben in eine Pfanne mit etwas Öl und werden schön knusprig braun heraus gebacken.

 

Zubereitung Kartoffelpüree: 

* 800 g mehlig kochende Kartoffeln

* 150ml Milch

* 30g Butter

* Muskatnuss

* Pfeffer und Salz

Die Kartoffeln werden weich gekocht und zerstampft. Nun kommt etwas heiße Milch, ein Esslöffel Butter und die Gewürze hinzu. Alles wird nun püriert, bis ein cremiges Püree entsteht. Einfach lecker! Dieses Kartoffelpüree geht so schnell, dass die Fertigprodukte einfach überflüssig werden. Und falls vom Kartoffelpüree noch etwas übrig bleiben sollte, so kann dieses am nächsten Tag mit einem Ei, etwas Speck und frischen Kräutern vermischt werden, auf ein Backblech gestrichen werden (so etwa ein fingerdick) und dann im Backofen gebacken werden. Das ist eine wunderbare Beilage zu weiteren Gerichten.

 

Zubereitung Endiviensalat: 

* 0,5 Kopf Endiviensalat ,(ca. 300 g)

* Pfeffer

* Salz

* Zitronensaft

* Sonnenblumenöl

* eine Priese Zucker

Den halben Kopf Endiviensalat (ca. 300 g) putzen, waschen und trocken schleudern. Ich nehme gerne lauwarmes Wasser um den Endiviensalat zu waschen, dann verliert er ein wenig seiner bitteren Geschmacksstoffe. Die Blattrippen keilförmig herausschneiden. Endivienblätter in dünne Streifen schneiden und in eine Schüssel geben.

Aus den restlichen Zutaten wird ein Dressing gemacht. Dieses kommt nun über den geschleuderten Endiviensalat. Der Salat wird gut durchmischt und kann noch ca. 15min vor dem Servieren im Kühlschrank kalt gestellt werden, so dass der Salat gut durchziehen kann.

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Lasst Euch mein Kindheitslieblingsgericht Leberkäse mit Kartoffelpüree und Endiviensalat gut schmecken! 

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