Suppenklößchen ~ die klassische Suppeneinlage

Suppenklößchen sind für mich die klassische Suppeneinlage für Feiertage und besondere Feste. Ihr kennt sicherlich die Hochzeitssuppe – je nach Region wird sie unterschiedlich gemacht, doch alle Varianten haben Suppenklößchen mit dabei.

Auch wenn diese klassische Suppeneinlage noch so lecker ist, gibt es sie bei uns nicht so häufig. Sondern wirklich nur zu besonderen Anlässen, hin und wieder Sonntags einmal als Vorspeise, wenn es ein richtiges Sonntagsessen gibt. Ich finde, dass man die Besonderheit mancher Rezepte auch gerne bewahren kann. 

Heute möchte ich Euch mein Rezept für leckere, fluffige und leicht gemachte Suppenklößchen vorstellen. Das Besondere ist, dass es ohne Knochenmark zubereitet ist. Eigentlich mache ich meine Suppenklößchen mit Brät, also Wurstbrät.

Doch das ist hier in Norddeutschland relativ schwer zu bekommen. Daher ist dieses Rezept ein leicht abgewandeltes Rezept. Wer jedoch vor Ort bei seinem Metzger / Fleischer seines Vertrauens frisches Brät bekommt, der kann dieses natürlich für die Suppenklößchen verwenden. 

Zutaten Suppenklößchen:

* 500g ungebackener Fleischkäse (im Idealfall 500g Kalbsbrät) 

* 2 Eier 

* 1/2 altes Brötchen oder 100g Semmelbrösel 

* 300ml lauwarme Milch 

* 2 EL Butter 

* 1 Schalotte

* 1 Knoblauchzehe 

* frische Petersilie

* frischer Schnittlauch 

* 1/2 TL getrockneter Majoran oder frischer Majoran 

* 1-2 Prisen Salz 

* 1 Prise weißer Pfeffer 

* ein wenig frisch gemahlene Muskatnuss (ca. 1 Messerspitze) 

* Fleischbrühe zum Kochen für den Sud 

* 3 Lorbeerblätter für den Sud 

Zubereitung Suppenklößchen:

Zunächst schneidet ihr die alten Brötchen klein. Ich habe hierfür die Brotschneidemaschine genommen und sie möglichst fein eingestellt. So ist eine Mischung aus Brot-Stückchen und Paniermehl entstanden. Dann schält und schneidet ihr die Schalotte und die Knoblauchzehe in feine Stückchen. Diese bratet ihr in der Butter glasig an. Dann können die Kräuter mit in die Butter. Anschließend kommen die Brotstückchen und abschließend die Milch dazu. Reduziert die Hitze und lasst die Brötchen die gesamte Flüssigkeit aufnehmen.

Gebt diese Mischung nun in eine große Schüssel. Hinzu kommen nun das Salz, Muskatnuss und etwas weißer Pfeffer. Verrührt alles gut. Nun könnt ihr das Kalbsbrät oder alternativ den ungebackenen Fleischkäse mit in die Mischung einarbeiten. Und natürlich auch die zwei Eier mit dazu geben. Knetet es ordentlich durch.

Anschließend könnt ihr die Suppenklößchen formen. Sie sollten alle in etwa gleich groß sein (ca. 1,5-2cm im Durchmesser maximal).

Anschließend solltet ihr in einem großen Topf die Fleischbrühe erhitzten. Bedenkt, dass ihr genügend Flüssigkeit benötigt, dass die Suppenklößchen in Ruhe schwimmen und garen können.

Gebt nun die Lorbeerblätter mit in die Fleischbrühe. Wenn das Wasser sprudelt, könnt ihr die Suppenklößchen mit einer Schaumkelle in die Fleischbrühe geben.

Danach könnt ihr die Temperatur reduzieren (mittlere Temperatur). Lasst die Suppenklößchen so lange kochen, bis sie an der Oberfläche schwimmen. Falls ihr Euch unsicher seit, könnt ihr ein Suppenklößchen zum Testen schon mal heraus fischen und probieren. Sollte dieses noch rosa in der Mitte sein, dann dürfen die Klößchen noch etwas in der Fleischbrühe schwimmen und weiter garen.

Ihr könnt die Suppenklößchen dann direkt in der Fleischbrühe servieren. Bei uns gab es dazu noch schwäbische Flädle. Natürlich könnt ihr auch andere Einlagen verwenden. Ich wünsche Euch viel Freude beim Nachkochen und guten Appetit.

Noch ein Tipp: Falls Euch die Menge der Klößchen zu groß ist, dann könnt ihr diese auch einfrieren und je nach Bedarf wieder auftauen und in einer Brühe erwärmen. So ist ein kleiner Vorrat an Suppenklößchen immer greifbar.

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Leberkäse mit Kartoffelpüree und Endiviensalat

Heute gibt es mal wieder einen Klassiker meiner Kindheit. Keine ausgefallene Küche, sondern etwas bodenständiges – meine liebste Hausmannskost: Leberkäse mit Kartoffelpüree und Endiviensalat. 

Nichts weltbewegendes, keine große und neue Erfindung. Weder vegan, noch vegetarisch, kein Low Carb, kein was auch immer – sondern ein Gericht, das schnell gemacht ist, sehr lecker schmeckt und für mich ein geschmackliches Nach-Hause-Kommen ist. 

Meine Wurzeln sind in Süddeutschland, doch ich lebe seit Jahren im Norden. Im Echten Norden, wie die Schleswig-Holsteiner immer so selbstsicher sagen. Und alles südlich der Elbe, so hab ich das die letzten Jahre gelernt, ist Nord-Italien. Dagegen wehre ich mich natürlich regelmäßig – doch diese albernen Plänkeleien gehören wohl dazu. Doch warum ist nun mein Wohnort entscheidend für dieses bodenständige, süddeutsche Hausmanns-Gericht? 

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Zunächst einmal, ich liebe den Norden. Die Menschen, die Mentalität, die Weite, den Himmel, den Wind, den Horizont und vor allem das Meer. DAS Meer kann man in Schleswig-Holstein natürlich nicht sagen, denn dann entbrennt die Diskussion ob Nord- oder Ostsee. Ich hab mich diplomatisch für beide entschieden. Also ich liebe die Meere! Einfach ein Traum. 

Doch ein paar Dinge vermisse ich als Süddeutsche dann doch. Wurst zum Beispiel ist so ein Thema. Die Fleischer (in Norddeutschland heißen sie nicht Metzger, noch so eine kleine aber feine Unterscheidung) würzen hier ganz anders als ich es gewohnt bin. Es hat Jahre gedauert bis ich einen Fleischer fand, der seine Wurst so würzt, dass sie meinem süddeutschen Gaumen zusagt. Und noch eine Eigenheit der Norddeutschen: Warum um alles in der Welt seht ihr Maultaschen als Delikatessen an? Entweder ich finde phasenweise keine Maultaschen in den Läden oder sie sind für eine “Schwäbin” überteuert… Und dann im Sommer kommen die lieben Touristen und ich bekomme überhaupt keine Maultaschen mehr. (Irgendwie kaufen Touristen im Sommer in Norddeutschland besonders gerne Maultaschen… sehr seltsames Phänomen – Geht Fisch essen, der ist hier frisch und gut!)

Gut, ihr sagt jetzt: warum macht sie die Maultaschen nicht selbst? Tja – da sind wir wieder bei dem Thema Fleischer / Metzger. Eine Grundzutat der Maultaschen ist Brät, das bekomme ich hier in der Region sehr, sehr schwer. Es hat ganze acht Jahre gedauert, bis ich einen Fleischer fand, der mir auch Brät verkauft. Das ist nun mein absoluter Lieblings-Fleischer! 

Memo an mich selbst: Demnächst sollte ich mal dringend wieder Maultaschen machen! 

Und noch eine Seltenheit ist Endiviensalat. Es ist sehr schwer einen guten Endiviensalat zu finden. Diese Kombination: Suche nach einem guten Fleischer mit einer leckeren Wurst und einem gut gewürzten Leberkäse und dann auch noch einen Endiviensalat finden hat mein ehemaliges Kindheitslieblingsgericht Leberkäse mit Kartoffelpüree und Endiviensalat, das sich auf den ersten Blick so simpel anhört, für mich zu einem Festtagsgericht gewandelt. 

Daher möchte ich Euch heute mein Kindheitslieblingsgericht Leberkäse mit Kartoffelpüree und Endiviensalat vorstellen. Und ich muss gestehen, dass diese Bilder nicht so ganz der Realität entsprechen. Nein, ich hab nichts manipuliert oder so, ganz im Gegenteil. Echtes Essen, echtes Foto und echtes Rezept. Ich esse Leberkäse mit Kartoffelpüree und Endiviensalat im Normalfall komplett vermischt und zermatscht. Anfangs sieht das Teller zwar noch hübsch aus, doch dann wird zunächst der Leberkäse klein geschnitten, mit dem Kartoffelpüree und dem Endiviensalat vermischt und dann – erst dann kann es gegessen werden. Doch das ist optisch natürlich nicht sonderlich ansprechend. Doch verheimlichen wollte ich es Euch nicht.

Doch nun genug der Worte. Kommen wir zum Rezept: 

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Zubereitung Leberkäse: 

* gebackener Leberkäse

* etwas Öl

Der gebackene Leberkäse wird in Scheiben geschnitten. Oder ihr nehmt einen Leberkäse, der bereits in Scheiben geschnitten ist. Daraufhin kommen die Scheiben in eine Pfanne mit etwas Öl und werden schön knusprig braun heraus gebacken.

 

Zubereitung Kartoffelpüree: 

* 800 g mehlig kochende Kartoffeln

* 150ml Milch

* 30g Butter

* Muskatnuss

* Pfeffer und Salz

Die Kartoffeln werden weich gekocht und zerstampft. Nun kommt etwas heiße Milch, ein Esslöffel Butter und die Gewürze hinzu. Alles wird nun püriert, bis ein cremiges Püree entsteht. Einfach lecker! Dieses Kartoffelpüree geht so schnell, dass die Fertigprodukte einfach überflüssig werden. Und falls vom Kartoffelpüree noch etwas übrig bleiben sollte, so kann dieses am nächsten Tag mit einem Ei, etwas Speck und frischen Kräutern vermischt werden, auf ein Backblech gestrichen werden (so etwa ein fingerdick) und dann im Backofen gebacken werden. Das ist eine wunderbare Beilage zu weiteren Gerichten.

 

Zubereitung Endiviensalat: 

* 0,5 Kopf Endiviensalat ,(ca. 300 g)

* Pfeffer

* Salz

* Zitronensaft

* Sonnenblumenöl

* eine Priese Zucker

Den halben Kopf Endiviensalat (ca. 300 g) putzen, waschen und trocken schleudern. Ich nehme gerne lauwarmes Wasser um den Endiviensalat zu waschen, dann verliert er ein wenig seiner bitteren Geschmacksstoffe. Die Blattrippen keilförmig herausschneiden. Endivienblätter in dünne Streifen schneiden und in eine Schüssel geben.

Aus den restlichen Zutaten wird ein Dressing gemacht. Dieses kommt nun über den geschleuderten Endiviensalat. Der Salat wird gut durchmischt und kann noch ca. 15min vor dem Servieren im Kühlschrank kalt gestellt werden, so dass der Salat gut durchziehen kann.

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Lasst Euch mein Kindheitslieblingsgericht Leberkäse mit Kartoffelpüree und Endiviensalat gut schmecken! 

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